Finanzministerium
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21.09.11
Der NRW-Finanzminister kritisiert die Regelung als Affront gegen ehrliche Steuerzahler. Er kündigt Widerstand im Bundesrat an.
Adresse (URL): http://www.fm.nrw.de/presse/2011_09_21_Schweizerabkommen.php
Finanzministerium NRW
Düsseldorf, den 21.09.11
NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans kritisiert das heute vom Kabinett der Bundesregierung gebilligte Steuerabkommen mit der Schweiz: „Die Regelungen sind ein Affront gegen ehrliche Steuerzahler und widersprechen jedem Gerechtigkeitsempfinden: Straftäter kommen mit den vereinbarten Regelungen viel zu billig davon“, sagte Walter-Borjans.
Hinzu komme, dass die Schweizer Banken die zu zahlenden Steuern überwachen sollten. „Damit werden an vielen Stellen Mittäter bei Steuerhinterziehung von gestern zu Kontrolleuren bei der Steuerzahlung von morgen“, sagte Walter-Borjans. Allein die Zahlung von 150 Millionen Euro von Crédit Suisse für neun Beschuldigte zeige, welche Dimensionen die Steuerhinterziehung von deutschen Bürgern in der Schweiz angenommen habe.
„Dieses Abkommen darf nicht ohne Nachbesserungen durchgewunken werden. Dafür werden wir uns im Bundesrat einsetzen“, sagt der Finanzminister und Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundesrat. Der Wortlaut des Abkommens war bisher geheim gehalten worden. Es tritt mit der Ratifizierung in Kraft - vorbehaltlich der Zustimmung in Bundestag und Bundesrat. „Die Länder sollen zustimmen, aber erhalten den Text erst, wenn es angeblich zu spät ist.“